Damals,
im Sommer 2002:
hatte ich das grosse Glück, 4 Wochen vor der grossen Flutkatastrophe
die Innenstadt von Dresden mit ihren kunstvollen Sehenswürdigkeiten,
den historischen Bauten Schloss Pillnitz, die Semperoper und den Zwinger
erleben zu dürfen. Kaum von der Deutschlandreise zurück, stand
dies alles im Wasser, nebst Brücken und Strassen und ganzen Stadtteilen mit Wohnhäusern
und Geschäften .
Die grosse Flutkatastrophe im Osten Deutschlands, die ganz besonders
Dresden heimsuchte, machte mich nebst dem grossen Ausmass menschlicher
Tragödien zusätzlich betroffen, weil ich zuvor gesehen hatte,
wie anfällig und empfindlich die im zweiten Weltkrieg vollständig
in Schutt und Asche gelegten und während der Nachkriegszeit in jahrelanger
mühseliger Aufbauarbeit wiederhergestellten Kunstbauten inbezug auf
Feuchtigkeit waren. In der Semperoper z.B. ist Feuchtigkeit der Todfeind
der Skulpturen und Wandstrukturen mit ihren auf Gips aufgemalten Marmor-
und Holzimitationen. In einer Führung wurde geschildert, dass die
Semperoper in dieser Weise nach dem zweiten Weltkrieg gemäss ihrer
vorherigen, ursprünglichen Originalfassung wieder neu aufgebaut wurde.
Die vielen wunderschönen Säulen bestehen also nicht aus echtem
Marmor, sondern aus Beton und Gipsverkleidung und darauf wurden von Künstlerhand
täuschend ähnliche Marmorstrukturen aufgemalt ("Trompe l'oeil"
= Illusionsmalerei). Dasselbe gilt auch für die Skulpturen sowie
für die als Marmor oder Holz imitierten Wandstrukturen in den Wandelhallen,
wo alles auf Gipsunterlage aufgemalt wurde.
Das Innere der Semperoper ist nicht nur anfällig für Feuchtigkeitsschäden,
sondern auch für Schläge oder Berührungen (Besucher, Putzequipe
usw.). Ein ganzes Team von Spezialisten ist permanent damit beschäftigt,
entstandene Schäden laufend zu beheben.
Nach der Flutkatastrophe:
wurden mit staatlicher Hilfe und dank enormen freiwilligen Anstrengungen
und Spenden aus der Bevölkerung die vordringlichsten Schäden
eiligst saniert und in erstaunlich kurzer Zeit konnte bereits die erste
Vorstellung nach der Flut in der vollbesetzten Semperoper gefeiert werden.
Die Zerstörungen der Flutkatastrophe hatten sich aber auch auf andere
Stadtteile von Dresden ausgedehnt. Seither wird fortlaufend auf der Webseite
von Dresden über die weiteren aktuellen Massnahmen und Projekte berichtet:
http://www.dresden.de
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